SV Wollishofen 1, Nationalliga A

Mannschaftsleiter: Georg Kradolfer, georg"at"kradolfer.info


5. Runde

Genève 1 2433 6:2 Wollishofen 1 2313
Nikita Petrov 2533 1:0 Luca Kessler 2394
Robert Fontaine 2561 0:1 Marco Gähler 2379
Gilles Miralles 2421 1:0 Michael Prusikon 2529
Quentin Burri 2338 0.5:0.5 Fabian Mäser 2302
Andrei Sokolov 2495 1:0 Michael Hochstrasser 2313
Clovis Vernay 2511 1:0 Georg Kradolfer 2081
Claude Landenbergue 2325 1:0 Daniel Good 2210
Hung Fioramonti 2276 0.5:0.5 Andreas Umbach 2295
Georg Kradolfer berichtet über den Spielverlauf »

Mit der befürchteten klaren Niederlage endet der Wettkampf in Genf.

Mit fast 1000 Elo Unterschied über die ganze Mannschaft gerechnt, war für uns nicht allzuviel zu holen.
Nur Marco Gähler glänzte!
Ihm gelang es, seinen grossmeisterlichen Widersacher in einer schönen Partie zu besiegen. Zu diesem Zeitpunkt war der Wettkampf allerdings schon verloren. An den letzten vier Brettern schaute nur ein Unentschieden heraus (Andreas), während sowohl Daniel, Georg und Michi (nach langer Gegenwehr) verloren. Fabian sicherte uns einen weiteren halben Punkt, während Luca und Michael ebenfalls verloren.

 Nach den Sommerferien geht es gegen Mendrisio weiter. Da müssen wir unbedingt punkten!!

4. Runde

Wollishofen 1 2358 3:5 Winterthur 1 2309
Michael Prusikon 2521 0:1 Harikrishna Pentala 2739
Luca Kessler 2393 0.5:0.5 Nico Georgiadis 2573
Marco Gähler 2372 0:1 Gabriel Gähwiler 2416
Michael Hochstrasser 2301 1:0 Richard Forster 2472
Fabian Mäser 2304 0:1 Dennis Kaczmarczyk 2434
Olivier Moor 2339 0:1 Florian Jenni 2434
Martin Albisetti 2226 1:0 Emanuel Schiendorfer 2337
Andreas Umbach 2275 0.5:0.5 Martin Ballmann 2391

3. Runde

Wollishofen 1 2358 4.5:3.5 Echallens 1 2309
Roger Moor 2406 0.5:0.5 Florin Gheorghiu 2363
Michael Prusikon 2521 1:0 Gabriele Botta 2368
Luca Kessler 2393 0.5:0.5 Guillaume Sermier 2407
Marco Gähler 2372 1:0 Manuel Valles 2333
Olivier Moor 2339 0:1 Ralph Buss 2297
Fabian Mäser 2304 0.5:0.5 Yevgen Bondar 2340
Michael Hochstrasser 2301 1:0 Pascal Vianin 2167
Martin Albisetti 2226 0:1 Cedric Pahud 2199

2. Runde

Riehen 1 2478 5:3 Wollishofen 1 2366
Markus Ragger 2657 1:0 Luca Kessler 2393
Andreas Heimann 2527 0.5:0.5 Michael Prusikon 2521
Olivier Renet 2532 1:0 Roger Moor 2406
Dennis Breder 2458 0.5:0.5 Marco Gähler 2372
Ioannis Georgiadis 2462 0.5:0.5 Olivier Moor 2339
Anvar Turdyev 2425 0.5:0.5 Fabian Mäser 2304
Ognjen Cvitan 2442 0.5:0.5 Michael Hochstrasser 2301
Christian Flückiger 2318 0.5:0.5 Andreas Umbach 2294
Fabian Mäser berichtet über den Spielverlauf »

Wie schon in Runde 1 mussten wir uns auch gegen Titelanwärter Riehen “erwartungsgemäss” mit 3:5 geschlagen geben. Im Unterschied zum ersten Wettkampf konnten wir den Match an den hinteren Brettern ausgeglichen gestalten und mussten vorne zwei Niederlagen einstecken. Und anders als in Runde 1 verpassten wir reihenweise Möglichkeiten, einen oder sogar zwei Mannschaftspunkte einzufahren. 

Am ersten Brett bekam es Luca mit Riehens neuer Nummer 1 zu tun, “Super-GM” Ragger (aktuell “nur” Elo 2657, er war schon über 2700). Erwartungsgemäss wurde das - zudem noch mit Schwarz - eine schwierige Aufgabe. Weiss behielt andauernden Druck, der auch im Endspiel nicht nachliess. Schliesslich konnte der weisse König vorentscheidend eindringen, und ein taktischer Fehler führte zu Materialverlust. Michael musste seinem Gegner in einer eher ungewöhnlichen, Tarrasch-artigen Eröffnung Ausgleich zugestehen. Ein Versuch, dem Remis auszuweichen, wäre fast nach hinten losgegangen. Michael “eroberte” zwei Figuren für einen Turm, musste aber 3 Bauern hergeben und um den halben Punkt kämpfen. Das starke Zusammenspiel von Läufer und Springer reichte dafür aber schliesslich aus. Roger verteidigte sich sizilianisch, worauf Weiss eine aggressive Variante mit entgegengesetzten Rochaden wählte. Weiss konnte zwar als Erster angreifen, musste dafür aber Material investieren. Zuerst ein Bauer, dann eine Figur, und gemäss Computeranalyse wäre das zuviel gewesen. Wegnehmen war korrekt, aber leider fand Schwarz dann in Zeitnot die richtige Verteidigung nicht, worauf der weisse Angriff nicht mehr zu stoppen war. Marco kam schlecht aus der Eröffnung, konnte die Stellung aber nach und nach konsolidieren. Nach weiteren Ungenauigkeiten seines Gegners erzielte er sogar klaren Vorteil. Schliesslich verpasste er jedoch, diesen zum Gewinn auszubauen und musste seinerseits wieder verteidigen. Nach der Zeitnot hatte sein Gegner ein Bauernendspiel mit entferntem Freibauer erreicht, dieses war aber nicht zu gewinnen. Olivier war auf die gegnerische Eröffnung gut vorbereitet und hatte keine Probleme, Ausgleich oder sogar mehr zu erzielen. Die Abwicklung ins Endspiel war für ihn vorteilhaft - er verblieb mit einem aktiven gegen einen passiven gegnerischen Springer. Ob die Stellung objektiv gewonnen ist, ist schwer zu sagen, auf Gewinn spielen konnte jedenfalls nur Schwarz. Schliesslich schaffte es sein Gegner jedoch, alle Klippen zu umschiffen und einen halben Punkt zu retten. Fabian wählte eine vorsichtige Eröffnungsvariante, behielt aber einen kleinen Vorteil. Nach überoptimistischem Spiel seines Gegners konnte er diesen ausbauen, verpasste am kritischen Punkt aber den klaren Gewinn. Schliesslich wiederholten die Kontrahenten in beidseitiger Zeitnot die Stellung, welche hochkompliziert, aber für Weiss immer noch vorteilhaft war. Michis Gegner opferte in der Eröffnung einen Bauern für positionelle Kompensation. Der Druck war gross doch schliesslich konnte Michi den Bauern zurückgeben und Ausgleich erzielen. In der Folge überzog Weiss und musste eine Figur hergeben, behielt aber als letzten Trumpf einen starken Freibauern. Hier verpasste Michi den direkten Gewinn, gab die Figur zurück und wickelte in ein Endspiel mit Mehrbauer ab. Dieses liess sich aber nicht mehr gewinnen. Andreas erreichte in der Eröffnung keinen Vorteil und fand sich in einem Endspiel mit isoliertem d-Bauern (plus Dame, Turm jeder) wieder. Er wählte eine aktive Verteidigung, gab einen Bauern her für gutes Spiel der Schwerfiguren und hielt die Stellung in der Folge ohne grössere Probleme. (Gemäss Partienotation auf swisschess.ch stellt Schwarz an einem Punkt die Dame ein. Ich gehe davon aus, dass das so nicht gespielt worden ist.)

1. Runde

SG Zürich 1 2466 5:3 Wollishofen 1 2339
Christian Bauer 2674 0.5:0.5 Michael Prusikin 2521
Yannick Pelletier 2558 0.5:0.5 Luca Kessler 2393
Lothar Vogt 2480 1:0 Marco Gähler 2372
Werner Hug 2461 0:1 Olivier Moor 2339
Lucas Brunner 2444 1:0 Fabian Mäser 2304
Ilja Mutschnik 2430 0.5:0.5 Michael Hochstrasser 2301
Jonathan Rosenthal 2334 0.5:0.5 Jürgen Fend 2250
Jörg Grünenwald 2343 1:0 Martin Albisetti 2228
Fabian Mäser berichtet über den Spielverlauf »

Gegen die favorisierte SG Zürich schlugen wir uns zwar knapp über Erwartung, mussten aber dennoch eine 3:5-Niederlage hinnehmen. Aufgrund der gespielten Partien ein verdienter Sieg des Stadtrivalen, aber mit ein bisschen mehr Wettkampfglück hätte der Ausgang des Wettkampfs sehr knapp werden können. 

An den vorderen vier Brettern resultierte für uns ein starkes 2:2, hier wäre aber mehr drin gelegen. Michael hatte GM Bauer mit Schwarz überspielt und hätte kurz vor der Zeitkontrolle den Sack zumachen können. Ein, zwei Konsolidierungszüge, um den Vorteil dann mit der zusätzlichen Bedenkzeit nach Zug 40 zu realisieren, reichten aus, um den Gegner zurück ins Spiel kommen zu lassen - das Gegenspiel reichte gerade aus, um ein Remis zu erzwingen. Luca hatte zwar mit einem königsindischen Angriff keinen Vorteil erreichen können, spielte aber solide und konnte schliesslich ohne grössere Mühe einen halben Punkt ins Trockene bringen. Als dann die erforderlichen 30 Züge erreicht waren, einigte man sich auf die Punkteteilung. Marco verteidigte sich mit einem Igel-Aufbau, und da schon früh zwei Figurenpaare getauscht wurden in einer ziemlich günstigen Variante. Als er dann den thematischen Durchbruch b5 ausführen konnte, schien der Ausgleich erreicht. Leider geriet er kurz darauf nach einer Ungenauigkeit unter Druck und übersah in der Folge einen entscheidenden Trick zum Materialgewinn. Für das Highlight aus Wollishofer Sicht war Olivier mit dem Sieg gegen Werner Hug besorgt. Aus der Eröffnung heraus bewahrte er stets einen Vorteil, der auch im Mittelspiel mit ungleichfarbigen Läufern (plus Schwerfiguren) spürbar blieb. Kurz vor der Zeitkontrolle drohten die weissen Schwerfiguren, die achte Reihe zu erobern, und nach einer Ungenauigkeit des Gegners resultierte der Gewinn eines Bauern. Damit war die Partie entschieden - weniger aufgrund des Materialvorteils als wegen des nachfolgenden Eindringens des weissfeldrigen Läufers. 

An den hinteren Brettern konnten wir dann aber nicht genug Widerstand leisten. Fabian spielte in der Eröffnung ein zweifelhaftes (und in gut spielbarer Stellung völlig unnötiges) Bauernopfer, spielte darauf zu ängstlich weiter und fand sich in einem schlechten Endspiel mit Minusbauer wieder. Die grossmeisterliche Technik seines Gegners liess dann keine Rettung mehr zu. Michi erreichte eine Königsindisch/Benoni-Stellung mit Druck auf das schwarze Zentrum. Als dann die Bauern a2 gegen d6 “getauscht” wurden, schien der Vorteil gross, doch Schwarz konnte immer wieder mit Benoni-typischen taktischen Nadelstichen dagegen halten. Nach Zug 30 einigten sich die Spieler in weiterhin unklarer Stellung auf ein Unentschieden. Jürgen verpasste in der Eröffnung die beste Fortsetzung und erlaubte seinem Gegner einen Springen auf f5 “einzupflanzen”. Dieser musste mit dem Läufer geschlagen werden, und es resultierte eine sehr passive Stellung, in der sich Schwarz nur “hinten reinstellen” konnte. Mit der notwendigen Geduld und Disziplin gelang es ihm aber, den gegnerischen Druck abzufedern und schliesslich den erhofften halben Punkt zu erkämpfen. Martin spielte gewohnt kompromisslos gegen den sizilianischen Aufbau seines Gegners. Sein Zentrumsdurchbruch unter Figurenopfer erwies sich dann aber als zu optimistisch, und so konnte Schwarz in der Zeitnotphase zum entscheidenden Konter ansetzen.